Mädchenwohngruppe mit „Open House Konzept“ zur familienzentrierten Arbeit
nach §27 ff. in Verbindung mit § 34 SGB VIII

Zielgruppe:

Das Angebot richtet sich an Mädchen ab neun Jahren, die sich in einer besonders schwierigen Lebensphase befinden

Ziel der Hilfe:

  • Deutliche Stabilisierung und Perspektiventwicklung der Mädchen, hinsichtlich ihrer persönlichen Reifeentwicklung; vorhandenes Selbsthilfepotential nutzen; Fähigkeit entwickeln, um auf Alltagsanforderungen adäquat reagieren zu können.
  • Entfaltung der Persönlichkeit der Mädchen. Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung sichern zum Aufbau individueller Lebensperspektiven.
  • Entwicklung einer realistischen schulischen bzw. beruflichen Perspektive und Unterstützung der positiven schulischen Entwicklung, nach Möglichkeit bis hin zum Schulabschluss; Initiierung von Maßnahmen der Berufsvorbereitung; Erreichung eines qualifizierten Berufsabschlusses.
  • Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung; langfristige Zusammenführung der Familie, in der die Kindesmutter selbstständig und kindgerecht die Fürsorge ihrer Kinder tragen.

Betreuungsumfang:

Unsere intensive Mädchenwohngruppe wurde im Jahr 2018 eröffnet. Es umfasst 4 Plätze die jeweils in 2 Doppelzimmern aufgeteilt sind. Diese werden von je zwei Fachkräften im Bezugsbetreuersystem geleitet. Zur intensiven pädagogischen Einzelarbeit werden ambulante pädagogische Fachkräfte eingesetzt.

Besonderheit: Open House Modell

Den Eltern bietet sich die Möglichkeit als ein Bestandteil des Alltages ihrer Kinder zu agieren. Demnach ist es ihnen in diesem Rahmen erlaubt ab 10:30 Uhr bis 17:00 Uhr den Zugang zu der Wohngruppe zu erhalten.  Außerdem besteht die Notwendigkeit einer grundlegenden Mitwirkung der Eltern. Dies bedeutet, dass die Eltern z. Bsp, den Mittagstisch zubereiten – bei Bedarf in Begleitung der BetreuerInnen ; darunter fällt auch das Einkaufen der Lebensmittel, die Essenszubereitung, das Decken des Mittagtisches sowie das gemeinsame Essen mit den Kindern. Des Weiteren können die Eltern bei der Erledigung der Hausaufgaben mitbeteiligt werden sowie in der Begleitung von Freizeitbeschäftigungen und weiterer Förderinstanzen. Der Sonntag ist als ein Familientag festgelegt, in denen die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern und in Begleitung der BetreuerInnen Unternehmungen durchführen.

Das beschriebene Modell verfolgt das Ziel, die Eltern in ihrem selbständigen Handeln, bezüglich der emotionalen und sozialen Bedarfslagen ihrer Kinder, zu stärken. Um dies zu erreichen, unterstützen die BetreuerInnen die Eltern zunächst darin, kleine Etappen des Alltages mitzugestalten (z.B.: Essenszubereitung). Im Verlauf sollen die Eltern immer mehr Verantwortung für ihre Kinder übernehmen und diese in weiteren Bereichen des Alltages unterstützen. Z.B.: Abendessen zubereiten, Abendrituale aufstellen und mitbegleiten u.a.). Des Weiteren fördert das Open-House Modell den Kontakt der Eltern zu Dritten, die sich als wesentliche Helferinstanzen bzw. Beratungsinstanzen erweisen (z.B.: Therapeuten, Ärzte, Schule u.a.).

Die Eltern sollen durch die Zusammenarbeit mit den BetreuerInnen die Beziehung zu ihren Kindern neu erfahren. Sie sollen lernen die Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Kinder zu erkennen und diese anerkennend Widerzuspiegeln. Aus diesem Grund begleiten die BetreuerInnen die Interaktion zwischen Eltern und Kindern im Rahmen des aufgestellten Wochenplanes.

Langfristig sollen wichtige Tageseinheiten selbstständig von den Eltern übernommen werden, um eine etwaige Rückführung der Kinder bzw. Zusammenführung der Familie zu erreichen.

Folgende Leistungen bieten wir für Mädchen an:

  • Gewährleistung der Aufsichtspflicht über Tag und Nacht in der Wohnform
  • Stabilisierung, hinsichtlich ihrer persönlichen Reifeentwicklung
  • Vorhandenes Selbsthilfepotential nutzen
  • Entfaltung der Persönlichkeit
  • Aufbau individueller Lebensperspektiven
  • Unterstützung beim Einkauf von Lebensmitteln und Sicherstellung von geregelten und ausgewogenen Mahlzeiten (Beachtung der kulturellen Gewohn- und Besonderheiten)
  • Sicherstellung einer geregelten Tagesstruktur

Arbeitsansatz und Leitziel:

Die Grundlage unserer sozialen Arbeit bildet ein verstehender, systemischer Ansatz. Wir gehen davon aus, dass dem Handeln und Verhalten Einzelner ein subjektiv gemeinter Sinn zugrundliegt. Mit alltäglichen Gewohnheiten und Verhaltensweisen, Interessen und Kenntnissen entstehen im Laufe der Zeit individuelle Lebenswirklichkeiten. Den Zugang zu den Lebenswirklichkeiten – dem Ort, an dem wir die Menschen „abholen“ – betrachten wir als grundlegend ermöglicht durch das deutende Verstehen von geäußertem Verhalten, Denken und Empfinden. Insbesondere durch interkulturelle Erfahrungen geprägte Lebenswirklichkeiten erfordern einen verstehenden Ansatz, damit vorschnelle und vorgefertigte Deutungsmuster nicht den Blick zur individuellen Lebenswirklichkeit der Klienten verstellen.

Wir versuchen, den gesellschaftlichen Zusammenhang individueller Problemlagen mit in unsere Betrachtungen zu nehmen und Wege für mehr Autonomie und Selbstwirksamkeit aufzuzeigen. Die gegenwärtigen kulturell-gesellschaftlichen Bedingungen in Deutschland lassen sich als individualisiert, hochdifferenziert und pluralistisch beschreiben. Lebensweisen sind kaum durch Werte, Normen und gesellschaftliche Grenzen vorgegeben. Das bringt viel Freiheit mit sich. Für die Bildung von Familien bedeutet dies, dass es immer weniger verbindliche Modelle und Verläufe gibt. Oft trifft es sogar zu, dass bereits die Lebensführung vor der Familienphase dem Einzelnen ein überhohes Maß individueller Entscheidungskompetenz abverlangt hat

Ausschlusskriterien:

  • Bestehende formelle Hinderungsgründe oder absehbare Veränderungen des Aufenthaltsstatus, welche eine Durchführung, Erreichung der Zielführung oder Finanzierung der Maßnahme verhindern oder erheblich einschränken.
  • Schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen (z. B. schwere Psychosen, schizophrene Erkrankungen, etc.) der KlientIn, welche die Erarbeitung und Erreichbarkeit von notwendigen Zielen der Maßnahme unmöglich machen.
  • Schwerwiegende suizidale Verhaltensweisen.
  • Eine reelle oder nicht einschätzbare Suizidgefahr.
  • Akute, schwere Suchterkrankungen bei den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen

Team:

Unser Team der Mädchenwohngruppe mit „Open House Konzept“ zur familienzentrierten Arbeit bestehend aus Sozialarbeiter/Sozialpädagogen, Psychologen, ErzieherIn und Therapeuten verfügt über

  • hohe fachliche und methodische Kompetenz
  • multidisziplinäres und -/kulturelles Team
  • Schwerpunkte, durch Zusatzqualifikationen
  • mehrjährige Berufserfahrung
  • regelmäßige Supervision, Fortbildung, Fallbesprechungen
  • interne/externe Kinderschutzbeauftragte
  • interne Qualitätssicherungsinstanzen

Informationen:

Betreuungsart: Stationäre Erziehungshilfe

Ansprechpartner:

Frau Esther von Gries,
Pädagogin M.A./Sozialtherapeutin
-Pädagogische Leitung-
Tel.: 06142-8362997
Mobil: 0173-4372896
e.von.gries@impuls-erziehungshilfen.de

Anschrift:

Mädchenwohngruppe mit Open House
Ludwig-Dörfler-Allee 5
65428 Rüsselsheim
Tel. 06142-489 80 80